Fragen interessierter Schülper/innen an uns Wasserversorger

 

Warum ist unser Trinkwasser in Schülp im Vergleich zu anderen Versorgern so günstig?
Zur Trinkwasserversorgung in Schülp wurde 1913 eine Genossenschaft gegründet. Es handelt sich um eine allgemeine Selbsthilfegruppe. Entscheidungen  werden auf Grundlage der von den Mitgliedern beschlossenen Satzung und Wasserlieferordnung  getroffen.
Vorstand und Aufsichtsrat  und einige Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, andere erhalten eine geringe Aufwandsentschädigung.  Folglich fallen nur geringe Personalkosten an.
Von dem kosten- und verantwortungsbewusstem Handeln der Verantwortlichen profitieren so alle Mitglieder.

 

Wie häufig wird unser Trinkwasser untersucht?
Auf Grund unserer täglichen Trinkwasserabgabemenge > 3m³ und < 1000m³ sind im Jahr gemäß Trinkwasserverordnung 4 routinemäßige Untersuchungen und 1 periodische Untersuchung des Wassers durchzuführen. Während die Probe für die periodische Untersuchung im Wasserwerk genommen wird, lassen wir die Proben für die routinemäßigen Untersuchungen neuerdings nach Vorgabe des Gesundheitsdienstes des Kreises Rendsburg-Eckernförde in öffentlichen Einrichtungen nehmen.
Gemäß dem Bewilligungsbescheid zur Grundwasserentnahme des Landes Schleswig-Holstein vom 24. Juli 1990 lassen wir das geförderte Rohwasser unserer Brunnen jährlich chemisch untersuchen.
Zusätzliche Proben senden wir vorsorglich an das Labor nach Eingriffen in das System, z.B. nach Arbeiten im Wasserwerk, und lassen diese mikrobiologisch untersuchen.

 

Welcher Härtegrad hat unser Trinkwasser?
Am 05. Mai 2007 trat die Neufassung des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes in Kraft. Hierin werden die Härtebereiche wie folgt definiert:
Weich      weniger als 8,4 °dh
Mittel           8,4 bis 14 °dh
Hart            mehr als 14 °dh
Der Härtegrad unseres Wassers kann unter dem Menuepunkt Wasser, Qualitätsnachweis im Ergebnis der jeweiligen Periodischen Trinkwasseranalyse gefunden werden

 

Welche Aufgaben fallen im Wasserwerk?

Neben den von uns geplanten Instandhaltungsmaßnahmen fallen betriebliche Arbeiten an, die einen möglichst störungsfreien Betrieb gewährleisten sollen.  Als Vorgabe dienen die  allgemein anerkannten Regeln der Technik. Es wurden Arbeitslisten erarbeitet, in denen die Durchführung der Tätigkeiten nachweislich protokolliert wird. Aufgelistet sind Tätigkeiten, die täglich, wöchentlich, 14 tägig, halbjährlich oder nach Bedarf durchzuführen sind.
Zusätzlich gilt es, Vorgaben des Bewilligungsbescheides zur Grundwasserentnahme des Landes Schleswig-Holsteins zu erfüllen. Dafür werden täglich div. Betriebsdaten erfasst sowie die Zählerstände unserer Rohwasserförderung abgelesen und zusammen mit den wöchentlich ermittelten Werten der Pegelstände unserer Brunnen in einem Betriebsbuch geführt.

 

Ist unser Wasserwerk ständig besetzt?
Nein. Die Einrichtungen in unserem Wasserwerk arbeiten automatisch.
Aus Sicherheitsgründen und zur Protokollierung der Zählerstände und der Gerätelaufzeiten sucht der betriebsführende Mitarbeiter das Wasserwerk allerdings täglich auf.

 

Wie wird eine Störung im Wasserwerk erkannt?
Störungen im Wasserwerk signalisiert eine gelbe Blinkleuchte am Gebäude, deren Signal von aufmerksamen Bürger/innen an uns weitergeleitet wird.
Die Signalleuchte wird durch eine Sammelstörmeldung aktiviert, die aus 24 Einzelstörmeldungen gebildet wird.

 

Wie wird bei einer Störung im Wasserwerk vorgegangen?
Nach der Störungsmeldung suchen  wir  das Wasserwerk auf. Die Störungsursache wird in der Regel auf einem Störmeldetableau angezeigt, so dass entsprechend reagiert werden kann.
Unsere Steuerung ist redundant aufgebaut.
Normalerweise werden die Drücke zur Steuerung der Pumpen über elektronische Drucksensoren erfasst und an die entsprechenden Komponenten weitergeleitet. Bei Ausfall der elektronischen Sensoren können die Pumpen durch Umschalten auf Notbetrieb über zusätzlich eingebaute mechanische Drucksensoren gesteuert werden.
Selbst bei Ausfall aller Steuerelemente ist eine automatische Notsteuerung des Wasserwerkes durch Aktivierung einer dritten Steuerungsebene gegeben.
Bei längerem Ausfall der Netzversorgung ist durch die Inbetriebnahme des  Notstromaggregates die Versorgung mit Trinkwasser in Schülp begrenzt gesichert.

 

Wird unser Wasserwerk durch eine Behörde geprüft?
Unser Wasser wird, wie oben beschrieben, gemäß der Trinkwasserverordnung regelmäßig durch ein zertifiziertes Labor geprüft. Eine Kopie der Prüfungsergebnisse wird dem Gesundheitsamt zugesandt.
Gemäß §18 und §19 der Trinkwasserverordnung führt der Gesundheitsdienst des Kreises Rendsburg-Eckernförde regelmäßig Überprüfungen des Wasserwerkes, der Sicherheitseinrichtungen und der Dokumentationen durch.
Der TÜV NORD prüft in regelmäßigen Abständen unserer drei Druckbehälter sowie die Überdruckventile.

 

Wie häufig werden die Filter im Wasserwerk gespült?
Die Filter werden nach Bedarf gespült. Das Spülen der Filter wird erforderlich, wenn ein Filterdifferenzdruck von z.B. von >200 mbar bei Betrieb von Brunnen 5 abgelesen wird. Der Differenzdruck ist abhängig von der Rohwasser-Durchflussmenge. In der Regel wird im Sommer wöchentlich und bei weniger Verbrauch im Winter 14 tägig gespült.
Das Spülen der beiden Filter erfolgt nach einem ausgearbeiteten Filter-Spülplan und nimmt etwa zwei Stunden Zeit in Anspruch.

 

Wie häufig werden die Leitungen im Dorf gespült?
Das Leitungsnetz wird regelmäßig ein bis zweimal im Jahr gespült.
Gespült wird nach einem Spülplan durch Öffnen von ausgesuchten Hydranten nacheinander an verschiedenen Stellen im Dorf bzw. an der Lotsenstation.

 

Sind die Leitungsquerschnitte der Versorgungsleitungen für weitere Bebauungsgebiete ausreichend?
Unser Leitungsnetz ist ausgelegt für die sichere Versorgung unserer jetzigen Mitglieder.
Das Netz wurde in der Vergangenheit bei Zuwachs durch neue Bebauungsgebiete angepasst.
Die Kosten für erforderliche Netzverstärkungen hatte stets der Verursacher zu tragen.
Inzwischen stoßen wir bei der Trinkwasserversorgung unserer jetzigen Mitglieder mit unserem Wasserwerk an Grenzen. Schon in den letzten Jahren haben wir an trockenen Tagen über Stunden mehr Wasser abgegeben als unsere Brunnenpumpe fördern und unsere Filter verarbeiten konnten. Noch können wir den Mehrbedarf dann über unseren Reinwasserbehälter kompensieren.

 

Wie hoch ist der Leitungsdruck im Netz?
Der Druck im Leitungsnetz ist nicht konstant, denn er hängt von der jeweiligen Abnahmemenge ab. Aufgebaut wird der Druck im Normalbetrieb (4,5 bis 3,9 bar) über unsere Reinwasserdruckpumpen 1 und 2. Gesteuert werden die Pumpen durch einen Prozessanzeiger, der die Signale vom elektronischen Drucksensor aufnimmt und entsprechend der parametrierten Ein/Aus Schaltpunkte die Pumpen schaltet.
Zwei Druckkessel je 3000 l stabilisieren den jeweiligen Druck.

 

Welche Maßnahmen muss ich als Hauseigentümer/Mieter bei längerer Abwesenheit in meiner Haus-Trinkwasser-Installation selbst durchführen?

 

Die Deutsche Trinkwasserverordnung (2012) gilt nicht nur für den Wasserversorger sondern auch für die Hauseigentümer/Mieter, die das Rohrleitungsnetz die sogenannte Trinkwasser-Installation im Gebäude betreiben.

 

Die Trinkwasserinstallation muss nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik nach EN 806-5 betrieben werden. Dazu gehören auch folgende  Maßnahmen bei Nichtbenutzung.

 

 

 

Nutzerseitige Maßnahmen an Trinkwasser-Installationen unmittelbar vor und nach

Zeiten längerer Abwesenheit nach EN 806-5:2012

 

 

 

Dauer der

Maßnahmen zu Beginn

Maßnahmen bei Rückkehr

Abwesenheit

der Abwesenheit

 

 

 

 

4 und mehr Stunden,

keine

Stagnationswasser ablaufen lassen

bis 2 Tage

 

 

 

 

 

mehrere Tage

Wohnung    Schließen der

Öffnen der Stockwerksarmatur

 

Stockwerksabsperrung

Wasser 5 Min. fließen lassen

 

Einfamilienhaus   Schließen der

Öffnen der Absperrarmatur

 

Absperrarmatur hinter dem Zähler

Wasser 5 Min. fließen lassen

 

 

 

mehr als 4 Wochen

Wohnung    Schließen der

Öffnen der Stockwerksarmatur

 

Stockwerksabsperrung

Spülen Trinkwasser-Installation

 

Einfamilienhaus   Schließen der

Öffnen der Absperrarmatur

 

Absperrarmatur hinter dem Zähler

Spülen Trinkwasser-Installation

 

 

 

mehr als 6 Monate

Einfamilienhäuser:   Schließen der

Öffnen der Hauptabsperrarmatur,

 

Hauptabsperrarmatur, Entleeren

Spülen Trinkwasser-Installation

 

der Leitungen (Frostschutz)

 

 

Absperren der Zulaufleitung

 

 

 

 

mehr als 1 Jahr

Anschlussleitung vom Wasserver-

Benachrichtigung des Wasserver-

 

sorger abtrennen lassen

sorgers, Wiederanschluss

 

 

 

selten genutzte Anlagenteile, wie z.B.  Gästezimmer, Garagen oder Kelleranschlüsse

regelmäßig, mindestens monatlich spülen

 

 

Akzeptieren

Diese Webseite setzt Cookies ein. Durch die fortgesetzte Nutzung der Webseite stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen